Mit mehr als dreißig Teilnehmern haben wir uns pünktlich am Donnerstagmorgen auf den Weg in unsere französische Partnerstadt Mont-Saint-Aignan gemacht. Wie immer ist bereits die Busfahrt ein erstes Erlebnis und Gelegenheit zum Kennenlernen im bunten Mix aus Neulingen, erfahrenen Reisenden und „alten Hasen“. Gemütlich dahingleitend genossen wir das angenehme Reisewetter.

Gegen 19:00 Uhr erreichten wir das Gemeindezentrum in Mont-Saint-Aignan wo wir von unseren Gastgebern im wahrsten Sinne des Wortes empfangen wurden. Überall war die Freude des Wiedersehens groß. Nach einem Umtrunk zur Begrüßung und einem Grußwort von Christian Haller, dem französischen Koordinator für die Partnerschaft mit Barsinghausen, ging es direkt in die Gastfamilien, wo wir den Abend verbrachten.

Tagesausflug nach Amiens

Am Freitag trafen wir uns schon früh morgens wieder am Bus, um gemeinsam mit unseren Gastgebern einen Tagesausflug nach Amiens zu unternehmen. Die Stadt, etwa hundert Kilometer von MSA entfernt, bietet mit ihren Wassergärten, den „Hortillonnages“ und der beeindruckenden Kathedrale ein besonderes Ausflugsziel. Der Wettergott war glücklicherweise auf unserer Seite, als er pünktlich mit der Ankunft in Amiens die heftigen Regenschauer enden ließ, die uns auf der Autobahn noch die Aussicht auf eine Bootstour durch die Wassergärten vermiest haben. So konnten wir trocken die etwa einstündige Bootsfahrt durch die Gärten erleben.

Durch Elektromotoren angetrieben, fuhren die Boote in angenehmer Stille durch die Kanäle der Gärten und uns wurden dabei viele sehenswerte Nutz- und Freizeitgärten geboten sowie der Blick auf Reiher, Enten, Blesshühner und viele weitere Vogelarten.

Die "Schwimmenden Gärten" von Amiens

Die Anlage breitet sich im Herzen der Stadt Amiens aus und wird durch die Flüsschen Somme und Avre mit fließendem Wasser versorgt. Die „Schwimmenden Gärten“ (Hortillonnages) dehnen sich über eine Fläche von 300 Hektar aus. Unter der Bezeichnung „Schwimmende Gärten“ versteht man Flurparzellen, die von hunderten Wasserläufen in kleine Inselchen abgetrennt werden. Die ersten Nachweise dieser Gärten gehen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Die Wassergärtner selbst sind überzeugt, dass diese Anlagen bereits vor 2000 Jahren angelegt wurden. Die Gärten wurden früher von den Wassergärtnern als Nutzgärten betrieben, deren Erzeugnisse auf dem Markt der Stadt Amiens angeboten wurden. Heute sind viele der Parzellen Freizeitgärten und entsprechend liebevoll gestaltet. Aber auch heute noch gibt es eine ganze Reihe von Gärten in denen Gemüse angebaut wird. Charakteristische Flachboote dienen seit jeher den Gärtnern zum Transport der Waren und heutzutage auch für touristische Rundfahrten durch die Kanäle in herrlich entschleunigter Atmosphäre.

weitere Infos: Amiens-Touristinformationen

Im Anschluss führte uns unsere deutschsprachige Stadtführerin von den Gärten auf einer interessanten Tour durch die Altstadt von Amiens. Sie erzählte dabei Wissenswertes über die Geschichte der Wassergärten, das Leben der Wassergärtner früher und heute und den Konflikten, die die Wassergärtner in früheren Zeiten mit der Kirche hatten.

Amiens wurde im Krieg stark zerstört und es sind recht wenige wirklich alte Gebäude erhalten geblieben. Im Stadtbild der Altstadt hat man an einigen Stellen beim Wiederaufbau versucht, den Bezug zum alten Baubestand herzustellen.

Von den Zerstörungen des Krieges weitestgehend verschont blieb glücklicherweise die bedeutende Kathedrale von Amiens, die wir nach einem gemeinsamen Mittagessen im Restaurant noch besichtigten.

Notre-Dame d'Amiens

Die Errichtung der Kathedrale ging aufgrund der Erfahrungen aus anderen Projekten schnell voran, wodurch sie eine bemerkenswerte architektonische Einheit erhalten hat. Sie ist die größte gotische Kathedrale Frankreichs und hat das höchste Kirchenschiff Frankreichs. 1981 wurde die Kathedrale in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen.

weitere Infos: Tourist-Info Amiens

Nach der Rückfahrt nach Mont-Saint-Aignan verbrachten wir den Abend in den Familien bei unseren Gastgebern.

Am Samstag Vormittag trafen wir uns alle im Zentrum von Rouen an der Kathedrale um in direkter Nachbarschaft eine Ausstellung über Jeanne d’Arc zu besuchen, die erst im März diesen Jahres eröffnet wurde und in besonders sehenswerter Weise das Leben der französischen Nationalheldin vorstellt.

Historial Jeanne d'Arc

Nach zwei Jahren Bauzeit wurde im März 2015 das „Historial Jeanne d’Arc“ im ehemaligen erzbischöflichen Palast von Rouen eröffnet. An jener Stelle also, an der die französische Nationalheldin 1431 zum Tode verurteilt wurde. Auf fünf Etagen und insgesamt 1.000 Quadratmetern wird hier auf anschauliche und sehr moderne Weise die Geschichte anhand des Rehabilitationsprozesses erzählt, der an gleicher Stelle 1456 stattfand.

weitere Infos: http://www.historial-jeannedarc.fr/

Im Anschluss hatten alle freie Zeit und Gelegenheit, Rouen neu zu entdecken, liebgewonnene Orte wiederzusehen oder weitere Details der Stadt und Umgebung zu erkunden.

Abschlussabend

Am Abend trafen sich alle Gäste und Gastgeber wieder, um gemeinsam im Gemeindezentrum den schon traditionellen Abschlussabend unserer Treffen zu feiern. Eingeleitet wurde der Abend von Mme. Flavigny, der Oberbürgermeisterin von Mont-Saint-Aignan, die auch seit vielen Jahren in der Partnerschaft mit Barsinghausen engagiert ist.

In Ihrem Grußwort ging sie auf die Bedeutung der europäischen Union ein, insbesondere mit Blick auf die aktuellen Krisen die in dieser bestehen. Ganz besonders freut sie sich, dass die Partnerschaft zwischen unseren beiden Städten im nächsten Jahr „Goldene Hochzeit“ feiert, denn im Jahr 2016 wird diese Partnerschaft 50 Jahre lang bestehen. Es wird sicher ein besonderes Treffen nächstes Jahr mit einer besonderen Feier, die wir sogar zweimal feiern, denn auch bei der nächsten Fahrt nach Mont-Saint-Aignan wird dieses Jubiläum eine besondere Rolle spielen.

In diesem Jahr hat auch Barsinghausens Bürgermeister Marc Lahmann mit seiner Frau an der Himmelfahrtsbegegnung teilgenommen. In seiner Rede betonte er die Bedeutung dieser Treffen, dieser Begegnungen auf persönlicher Ebene um die Freundschaft zwischen den Staaten zu festigen. Insbesondere mit Blick auf unsere Partnerstadt Kovel in der Ukraine betonte Herr Lahmann in seiner Rede wie wichtig das persönliche Engagement und die Unterstützung der Partner ist.

Bürgermeister Marc Lahmann, Koordinator Dr. Tony O'Brien, Christian Haller, Oberbürgermeisterin Catherine Flavigny und Thorsten Franz

Bürgermeister Marc Lahmann, Koordinator Dr. Tony O'Brien, Christian Haller, Oberbürgermeisterin Catherine Flavigny und Thorsten Franz

Obgleich es ein Abend der Begegnung zwischen deutschen Gästen und französischen Gastgebern ist, war es doch auch ein Abschiedsabend. Nicht nur, dass der Abend immer auch das Ende des Treffens bedeutet, in diesem Jahr hat sich auf französischer Seite auch Christian Haller verabschiedet, der sein Amt Ende 2015 aufgibt, da ihn seine Tätigkeiten in eine andere Region führen. Acht Jahre lang hat er auf französischer Seite diese Treffen organisiert und begleitet. Für sein Engagement dankten ihm alle Anwesenden mit einem besonderen Beifall.

Dr. Tony O'Brien (li.) und Christian Haller

Dr. Tony O'Brien (li.) und Christian Haller

Abschlussabend der Himmelfahrtsbegegnung 2015 in Mont-Saint-Aignan

Barsinghausen, 18.05.2015, Andreas Brinkmann

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