Vom 09. bis zum 18. Januar 2013 waren Schülerinnen und Schüler des 8. Jahrgangs vom Hannah-Arendt-Gymnasium zu Besuch bei ihrer Partnerschule in Albi, Frankreich.

Es ist dunkel draußen. Kalt und regnerisch. In der Abflughalle herrscht noch wenig Betrieb. Vereinzelt trudeln die ersten Schüler am vereinbarten Treffpunkt ein. Noch etwas verschlafen reiben sich die Mädchen und Jungen die Wassertropfen aus dem Gesicht, aber in Anbetracht der anstehenden Ereignisse weicht die Müdigkeit rasch einer leichten Aufregung.

Was hat dein Partner dir geantwortet?“. „Weißt du schon mehr?“. Während die Schülerinnen und Schüler im multimedialen Zeitalter von facebook, whatsapp und Co längst alles Wissenswerte über ihre Austauschpartner in Erfahrung gebracht haben und nun in freudiger Erwartung dem Beginn der Reise entgegen fiebern, fällt es den Eltern sichtlich schwerer, ihre Zöglinge in die Obhut fremder Familien zu entlassen.

Nach einer kurzen Verabschiedung brechen wir mit 19 Teilnehmern und zwei Betreuungslehrern zum Check-In auf. Schmerzhafte Verabschiedungsszenen bleiben aus. Es herrscht eine gute Stimmung.

Blick auf den Eingang des Collège Sainte Marie im Schnee

Blick auf den Eingang des Collège Sainte Marie im Schnee

Nach einer leicht verfrühten Ankunft am Flughafen Toulouse und Irrungen durch den Terminal werden wir durch die nicht minder aufgeregten französischen Familien mehr als herzlich empfangen und rasch finden dort die zusammengewürfelten Paare zueinander. Es bilden sich kleine Trauben von Jugendlichen, die mit Händen und Füßen kommunizieren und leicht errötet ob der ungewohnten Situation mit höflicher Zurückhaltung erste Kontakte knüpfen. Die Schüchternheit der Schülerinnen und Schüler wirkt sonderbar, bestechen sie im Schulalltag doch zumeist eher durch ihre forsche und lebenslustige Art.

Am nächsten Morgen herrscht beim Treffen im Collège wieder das altbekannte rege Treiben. Über die ersten Erfahrungen und Erlebnisse wird gesprochen und keinesfalls hat sich die Aufregung gelegt. Teils mit großem Interesse und teils mit Verwunderung werden verschiedenste Lebensbereiche thematisiert: das reichhaltige Essen, das den ein oder anderen unserer Schützlinge bereits vor dem Dessert zur Kapitulation gezwungen hat, Verständigungsprobleme, oder auch die einmalige Erfahrung eines Schülers, der beeindruckt vom Melken der Schafe auf dem Bauernhof der Gasteltern berichten kann.

Die Schülerinnen und Schüler vor vor der Cathédrale Sainte Cécile  in Albi

Die Schülerinnen und Schüler vor vor der Cathédrale Sainte Cécile in Albi

Mit einem Spaziergang zur imposanten Cathédrale Sainte-Cécile in Albi, einem gemeinsamen Essen der landestypischen Köstlichkeit Galette-des-Rois (die in Frankreich verbreitete Variante des Dreikönigskuchens) und dem Mittagessen in der Schulkantine werden den deutschen Schülern weitere Einblicke in die französische Kultur gewährt. Am Nachmittag steht dann ein für viele mit Spannung erwarteter Programmpunkt an: der Besuch im Erlebnisbad „Atlantis“.

Dass Toulouse neben den beeindruckenden Werkshallen des Airbus A380 auch aus historischer Perspektive viel zu bieten hat, kann Frau Ferenz eindrucksvoll unter Beweis stellen. Als Reiseführerin mit präzisen Ortskenntnissen und überzeugendem Faktenwissen macht sie eine gute Figur.

Die  deutsche Gruppe in Carcassonnne

Die deutsche Gruppe in Carcassonnne

Ein weiteres Highlight der Reise ist der Besuch der Cité de Carcassonne, bei dem die Geschichtsführung durch die altehrwürdigen Gemäuer der Altstadt, die zu Recht von der UNESCO als Weltkulturerbe bezeichnet wird, die Schüler zutiefst beeindruckt. Anschließend geht es dann ins Wochenende, das im Kreise der Gastfamilien verbracht wird.

In der Kirche  - Les Jocobins-  in Toulouse

In der Kirche - Les Jocobins- in Toulouse

Die französischen Familien haben sich dabei ganz offensichtlich alle Mühe gegeben, ihren deutschen Gästen ein vielfältiges Programm zu bieten, denn der Großteil der Schüler weiß am Montagmorgen von spannenden Aktivitäten zu berichten. Mit Klettern, Schlittschuhlaufen, Bowling oder dem Besuch eines Rugbyspiels seien nur einige Aspekte aus dem Feld der sportlichen Betätigung genannt. Auch das Essen in Form von Raclette und die Kultur mit Theater- und Museumsbesuchen kommen nicht zu kurz. Das interessante dabei sind vor allem die kleineren Beobachtungen, die die Schüler im Alltag ganz nebenbei machen konnten. Sehr schnell ist ihnen der südfranzösische Akzent aufgefallen, der sich von dem aus ihrem Französischunterricht „ja doch stark unterscheidet“. Auch die Tatsache, dass „die Franzosen nur zu bestimmten Zeiten essen und nicht so wie wir ständig zwischendurch“ ist nicht unbemerkt geblieben. Eine treffende Beobachtungsgabe ist den Schülern definitiv zu attestieren.

Um auf interkultureller Ebene weiter in die Tiefe zu gehen, werden gemeinsame Projekte in der Schule initiiert. So können die deutschen Schüler in Zusammenarbeit mit ihren französischen Austauschpartnern Unterschiede in für sie relevanten Interessensgebieten erarbeiten und finden sich in einer Stunde mit Schülern der Seconde (10. Klasse) gar in der Rolle als Deutschlehrer wieder, als es darum geht, im mündlichen Gespräch Fehler des französischen Gegenübers aufzuzeigen und zu korrigieren. Der Erfolg dieser Symbiose zeigt sich nicht nur am Ende des Austausches in der Selbsteinschätzung der Schüler, die größtenteils angeben, die Zielsprache nach den 10 Tagen besser verstehen und auch sprechen zu können.

Die deutsch-französische Gruppe vor dem Capitole in Toulouse

Die deutsch-französische Gruppe vor dem Capitole in Toulouse

Mit jedem Tag kommen sich Franzosen und Deutsche ein Stück näher, nur leider tut es der Abschied ihnen gleich. „Was? Wir müssen morgen schon wieder zurück?“, „Kann man den Austausch nicht verlängern? So auf 3 Monate!“ sind Fragen, die beim Hinweis auf die anstehende Abreise in den Raum geworfen werden. Es mutet bizarr an, dass es beinahe wirklich zur – wenn auch unfreiwilligen - Verlängerung des Aufenthaltes gekommen wäre, denn wetterbedingte Widrigkeiten in Form von heftigem Schneefall hatten bereits in den Tagen zuvor dafür gesorgt, dass der Schulbusverkehr ausfiel. Als dann am Abreisetag um 09:30 Uhr die Nachricht eintrifft, dass die Gendarmerie jeglichen Busverkehr auf der Autobahn aufgrund des Wetters untersagt, werden bereits eiligst Notlösungen durchdacht. Mit Verhandlungsgeschick, ein wenig Glück und einem Busfahrer, der das Verbot schlichtweg ignoriert, gelingt der Aufbruch zum Flughafen schließlich doch. Da nun alles sehr schnell gehen muss, bleibt nicht allzu viel Zeit für den Abschied von den Austauschpartnern. Manch eine Träne wird vergossen und die Schwere des Abschieds ist vielen ins Gesicht geschrieben.

Nach der langen Reise mit erneutem Zwischenstopp in Amsterdam landet das Flugzeug schließlich auf dem Zielflughafen in Hannover und die Schüler können es kaum noch erwarten, ihre Eltern wiederzusehen. Umarmungen werden ausgetauscht, mit Enthusiasmus wird über das Geschehene philosophiert und aus den traurigen Gesichtern des Abschieds sind lachende des Wiedersehens geworden.

Joachim Schneppat

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